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Trekking Tricks, die sonst niemand verrät

Es gibt beim Trekking ja so Kleinigkeiten, die einem niemand verrät, bis sie jemand sagt. Das kann vor der ersten großen Tour sein oder danach oder währenddessen. Manchmal findet man sie auch selbst heraus. Meist sind diese Dinge so banal, dass sie niemand großartig breit tritt und irgendwo veröffentlicht weil es ja irgendwie klar ist, dass diese Trekking Tricks bekannt sind (Augenroll-Emoji).

Bis jetzt. Hier kommen meine kleinen Trekking Supertipps.

Tape ums Feuerzeug wickeln

Ich hatte auf meinen letzten beiden Touren kein Tape dabei. Außer so eine klitzekleine Rolle, die in meinem Erste-Hilfe-Set war und von der ich herausgefunden habe, dass ihre Klebkraft eher so mittelgut ist (zum Glück nicht auf einer der Touren). In der Hardangervidda habe ich mir eine kleine Blase gelaufen, die ich mit Sport-Tape von meinem Wanderpartner behandelt habe. Als ich meinen Rucksack für die letzte Etappe gepackt habe, die ich ohne ihn gelaufen bin, hat er mich nach meinem Feuerzeug gefragt. Ich war so „hä, was willst du mit meinem Feuerzeug?“ und er hat mir einfach eine gute Portion Sport-Tape drumgewickelt. Für den Fall der Fälle.

Wenn man keine große Rolle mitschleppen will, egal ob Sport- oder Gaffa-Tape, einfach ein Stück um’s Feuerzeug wickeln. Das hat man eh dabei und das Tape beeinträchtigt Gewicht und Packmaß so gut wie gar nicht.

Tape statt Blasenpflaster

Wo ich schon von Sport-Tape rede: damit kann man Blasen wunderbar behandeln. Blasenpflaster krumpeln sich beim langen Laufen nämlich irgendwann zusammen und scheuern noch mehr als die Blase selbst es wahrscheinlich tun würde. Ich empfehle zur Blasenbehandlung ein bisschen Lippenpflege aufzutragen (auf die Blase natürlich), ein kleines Pflaster drüber zukleben und alles gut mit Sport-Tape abzudichten. Da rutscht und krumpelt nichts. Bei kleinen Blasen reicht auch allein das Tape.

Never change a running System

Das musste ich am letzten Tag in der Hardangervidda und in den Wochen danach auf die schmerzhafte Art lernen. Mir hatte nämlich eine andere Wanderin in der Hütte geraten, meine Schuhe ein wenig anders zu schnüren damit ich auf der Berg-Ab-Etappe keine Blasen bekomme. Ich weiß nicht, wie viele hunderte Kilometer ich schon problemlos in meinen Schuhen gelaufen bin, aber am Ende des Tages mit anders geschnürten Schuhen war meine Achilles-Sehne entzündet. Und so eine Entzündung dauert ein paar Wochen bis sie wieder weg ist.

Deshalb mein Tipp: Wenn etwas ganz wunderbar funktioniert, obwohl es vielleicht (in anderen Augen) nicht optimal ist, gute Ratschläge einfach ignorieren. Vielleicht kann man den Tipp kurz testen, aber wenn sich das nicht so gut anfühlt wie sonst, sollte man zum Gewohnten zurückkehren.

Rucksack Organisation

Rucksack Organisation ist für mich mit einer der wichtigsten Trekking Tricks auf meinen Touren. Mein Rucksack ist in der Zeit schließlich mein Haus. Ich organisiere alles in meinem Rucksack in unterschiedlich farbigen Packsäcken, die ich in ihrer Funktion auch auf Handgepäckreisen nutze. So ist meine Technik immer im kleinen grauen Sack, dreckige Wäsche im roten, saubere Wäsche im blauen. Alles, was ich zum Schlafen brauche im kleinen grünen Beutel, Nahrung im großen grünen Beutel.

Ich weiß außerdem jederzeit, wo sich welcher lose Gegenstand in meinem Rucksack befindet weil alles seinen festen Platz hat. Snacks in der Hüftgurt-Tasche rechts – Feuerzeug, Gaskocher, Taschenmesser und Kopfhörer im Hüftgurt links. Mein Regencape ist immer in der blöden Tasche unter’m Deckel des Rucksacks weil da sonst eh nichts anderes hineinpasst. Meine Wasserflasche ist immer rechts weil ich meinen rechten Arm besser nach hinten verrenken kann. Die Kamera hängt immer am linken Schulterriemen weil ich den Rucksack über die rechte Seite aufsetze.

Ohne Stöcke laufen

Auf meiner letzten Tour habe ich den Tipp bekommen, mal ein paar Kilometer ohne Stöcke zu laufen und zu gucken, ob das für mich nicht besser funktioniert. Ich muss dazu sagen, dass ich vorher riesiger Fan von meinen Trekking-Stöcken war und es auch immer noch bin. Ich bin tatsächlich ohne Stöcke gelaufen und bin viel besser voran gekommen als mit ihnen! Wie kann das sein?

Wenn ich mit Stöcken laufe, passe ich nicht nur darauf auf, wo ich auftrete, sondern auch da, wo ich meine Stöcke aufsetze. Bergab nehme ich sie gerne als Stütze, bergauf als Hilfe, mich hochzuziehen. Und all das kostet mich mehr Energie als einfach ohne Stöcke zu laufen. Zumindest dann, wenn der Boden gut laufbar ist. Beim Queren von Flüssen, Matsche oder überall, wo man leicht hinfallen könnte, wenn man so ein Tollpatsch ist wie ich, benutze ich die Stöcke weiterhin als Hilfe, mich heile ans Ziel zu bringen.

Hier kurz der Hinweis auf Trick Nummer 3 Never change a running system: Ohne Stöcke ist nicht für jeden etwas. Einfach mal probieren und gucken, ob das besser klappt.

Kissen nehmen Platz weg

Kissen braucht man beim Trekking nicht. Es gibt nämlich die magische Geheimwaffe Packsack. Einfach die Wechselkleidung in den Packsack stopfen, zurecht knuffen und man kann sein edles Haupt perfekt platzieren. Wenn der Packsack raschelt weil er aus Nylon oder anderem Kram ist, kommt gleich der nächste Geheimtrick hinterher: einen (ausgeleierten) Buff als Kissenbezug drüber ziehen. It’s Magic!

Isomatte falten = mehr Platz im Rucksack

Es ist so offensichtlich, dass es mir nicht aufgefallen ist: wenn man die Isomatte faltet (klappt nur bei aufblasbaren, die ohne Luft superdünn sind), hat man am Ende mehr Platz im Rucksack. Den Trick habe ich in einem Video von Alex (Bergreif) gesehen. Meine Isomatte steckte sonst eingerollt in ihrem Beutel und war ungefähr so groß wie eine Wasserflasche. Jetzt nimmt sie ca. einen Zentimeter am Boden des Rucksacks ein. Ja, es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Ja, ich hab mich kurz ein wenig blöd gefühlt, nicht selbst auf die Idee gekommen zu sein.


Das sind jetzt ein paar Trekking Tricks, die mir spontan eingefallen sind oder weil ich in den letzten Tagen drüber gesprochen hatte (Tape um’s Feuerzeug). Diese Liste wird garantiert noch weiter wachsen und ich freue mich über neue Tricks.

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