Nordkalottleden

Warum der Nordkalottleden?

Nachdem ich 2018 eine Woche in der Hardangervidda (Norwegen) und 2017 eine Woche auf dem Laugavegur (Island) gelaufen bin, möchte ich 2019 länger laufen. Ursprünglich dachte ich an 3 Wochen, aber warum 3 Wochen laufen, wenn man auch 2 Monate haben kann? Eben.

Ich habe nach der Hardangervidda-Tour sehr viele Videos von den großen amerikanischen Trails geschaut und mir gedacht, sowas müsse es doch in Europa – abseits vom Jakobsweg – auch geben. Also habe ich einfach aus einer Laune heraus „Fernwanderwege Europa“ gegoogelt und da war eben der Nordkalottleden dabei. Angefixt von der norwegischen Natur war für mich schnell klar, dass das meine Tour werden wird. Auf kürzere Strecken hatte ich keine Lust, vergleichbar ist nur der Jakobsweg und der ist im falschen Klima angesiedelt. Außerdem laufen dort drölfhundert andere Menschen und er hat einen christlichen Hintergrund, mit dem ich mich nicht identifizieren kann. Ich will mich ja auch nicht selbst finden (sag ich jetzt so), sondern einfach in Ruhe durch die Gegend laufen.

Der Nordkalottleden klingt dafür einfach perfekt. Er verläuft oberhalb des Polarkreises durch Lappland und ist bis auf 2 Teilstrecken einsam. Hier und da gibt es ein Sami-Dorf und ab und zu andere Menschen, die Norge på langs oder den E1 laufen.

Weitere Gründe für den Nordkalottleden:

  • Norwegen ist um die Ecke, man fliegt bis Alta nur ca. 5 Stunden
  • Ich habe den Großteil meiner Ausrüstung für das vorherrschende Klima schon beisammen
  • Ich habe Norwegen-Erfahrung
  • 800 Kilometer sind okay lang
  • Ich kann es mir leisten, 2 Monate auf mein Gehalt zu verzichten (ja, es wird schwer)
  • 2 Monate hauen mich (hoffentlich) nicht so auf meinem Leben raus wie 6 Monate (z.B. auf Norge på langs)
  • Ich „muss“ Rentiergebiete durchqueren
  • Es gibt keine gefährlichen Tiere wie z.B. Bären
  • Es gibt ausreichend Hütten, in denen ich unterkommen kann wenn das Wetter zu schlecht für’s Zelt ist (oder wenn ich ein richtiges Bett brauche)
  • Es gibt Punkte, an denen ich aussteigen und die Wanderung abbrechen kann wenn es nicht mehr geht

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