Nordkalottleden Vorbereitung
Nordkalottleden

Vorbereitung auf den Nordkalottleden

Wie bereitet man sich darauf vor, 800 Kilometer durch die Natur zu laufen? Ich bin ja schon 2x jeweils knappe 100 Kilometer durch die Gegend gelaufen und habe dafür fast nur meine Fitness vorbereitet. Aber 2 Monate sind irgendwie doch etwas anderes. Meine Nordkalottleden Vorbereitung.

Man könnte meinen, Flug buchen, bei der Arbeit Bescheid geben und ein bisschen Fitness sollten für die Nordkalottleden Planung ausreichen. Irgendwie habe ich aber gemerkt, dass allein hinter diesen 3 Punkten mehr steckt, als ich dachte.

Fangen wir mal bei der einfachsten Vorbereitung an: der Fitness. 20 Kilometer mit vollem Rucksack laufen ist für mich zum Beispiel kein Problem. Ob meine tatsächlichen Etappen dann 15 oder 25 Kilometer sein werden, wird nicht den großen Unterschied machen. Diese Entfernungen schaffe ich im Taunus locker an einem Tag. In der Hardangervidda sah das im letzten Jahr allerdings schon ganz anders aus. Dort habe ich mit Ach und Krach die letzte Etappe meiner 90 Kilometer mit 24 Kilometern geschafft und war nur eine Woche unterwegs.

Wie bereite ich also meinen Körper darauf vor, 2 Monate am Stück zu laufen? Darauf habe ich noch keine Antwort und werde wahrscheinlich einfach loslaufen, auf meinen Körper hören und ihm Pausen eingestehen, wenn er welche braucht.

Nordkalottleden Informationsbeschaffung

Blöderweise gibt es über den Nordkalottleden kaum brauchbare Infos. Deshalb google ich seit der Entscheidung für den Trail fast wöchentlich, ob es neue Beiträge oder Videos dazu gibt. Inzwischen bin ich so weit, dass ich mir Norge på langs Videos anschaue um Infos über die Region zu bekommen. Glücklicherweise gibt es im Outdoorwiki eine Auflistung der Etappen mit beiden möglichen Enden (Sulitjelma und Kvikkjokk) und ein paar brauchbaren Informationen. In dem ein oder anderen Outdoor-Forum waren auch schon Leute auf den NKL unterwegs, allerdings kann ich mich mit diesen Foren nicht anfreunden weil sich die Threads schnell in so detailreiche Diskussionen über Nebensächlichkeiten entwickeln, dass meine Aufmerksamkeit dann auch schon wieder vorbei ist. Wanderführer gibt es auch keine richtigen. Einer wird gerade wohl überarbeitet und 2020 neu aufgelegt. Exemplare der letzten Auflage kann ich nicht mehr finden. Danke für nichts.
Die einzig hilfreiche Quelle ist bisher der Blog von Maximilian Lange, der den Nordkalottleden 2017 gelaufen ist und die ganze Strecke mit all ihren Seiten und Struggles super beschrieben hat.

Trekking-Wissen

Neben der körperlichen Vorbereitung fresse ich gerade alles an Trekking-Wissen, was ich finden kann. Auch wenn ich schon 2 kurze Touren hinter mir habe, ist Long-Distance Hiking doch nochmal eine ganz andere Nummer. Die besten Infos habe ich bisher bei Dixie bekommen, die auf ihrem Youtube-Channel Homemade Wanderlust über ihre Erfahrungen mit der Triple Crown (alle drei großen Trails der USA) und alles rund ums Thema Trekking erzählt. Vor Kurzem hat sie einen ganzen Haufen Info-Videos (neu) veröffentlicht, von „Wie gehe ich mit Blasen um?“ über „Hygiene auf dem Trail“ hin zu „Welches Zelt ist das richtige für mich?“ deckt sie dabei so ziemlich jedes Thema ab, das irgendwie interessant sein könnte, wenn man eine lange Tour plant.

Mentale Vorbereitung

Ich glaube, das ist der schwierigste Teil der Vorbereitung und auch der Teil, den man so wenig wie möglich beeinflussen kann.

Irgendwie versuche ich es gerade zu schaffen, mich damit anzufreunden und zurechtzufinden, dass ich bald 2 Monate allein in der Wildnis unterwegs sein werde. Dass ich 2 Monate ohne alltäglichen Luxus wie mein Sofa, frische Bettwäsche oder den Kühlschrank auskommen muss. Ich werde meinen Hund 2 Monate nicht sehen und meinen Freund auch nicht (außer in der Woche, wo er mich besucht und wir gemeinsam ein Stück ab Abisko laufen). Ich gehe 2 Monate nicht arbeiten und werde davon mindestens einen Monat kein Geld verdienen, wobei meine Kosten weiterlaufen. Die Netzabdeckung auf meiner Strecke ist zum Teil nicht vorhanden – das sind Tage, an denen ich meinen Eltern kein Lebenszeichen schicken kann. Wie werde ich damit umgehen, wenn ich meine Tour aus irgendeinem Grund abbrechen muss? Wie schaffe ich es, zurück in meinen Alltag zu finden ohne in die Post-Trail-Depression zu fallen?

Mit diesen Themen beschäftigt sich meine Nordkalottleden Vorbereitung im Moment. Und mit den letzten Ausrüstungsfragen wie Puffy Jacket statt Fleece? und Suunto oder Garmin Uhr?. Meine Packliste steht mehr oder weniger ja schon, aber ich bin mir sehr sicher, dass ich noch das ein oder andere brauche oder streichen kann.

Nächste Schritte

Ich plane, am 1. Juli zu starten, das sind noch gut zweieinhalb Monate. In einer Woche beginne ich mein Lauftraining mit vollem Rucksack. Anfang Mai möchte ich meinen Hinflug buchen. Ende Mai meine Ausrüstung komplett haben, damit ich mich im Juni ganz entspannt auf meine große Reise vorbereiten kann. Soweit ist alles geplant, wie das dann am Ende aussehen wird, sehen wir dann.

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