Nordkalottleden

Countdown: noch 2 Monate

In 2 Monaten geht es zum Nordkalottleden los. Ehrlicherweise sogar in weniger als 2 Monaten, mein Flug nach Alta geht am 2. Juli. Und langsam steigen Vorfreude und Panik ein bisschen an. Okay, die Vorfreude steigt sehr an, die Panik zeigt sich nur ganz selten.

Was bisher geschah…

Im März habe ich das Thema „2 Monate Urlaub, wie schaffen wir das?“ mit meinen Arbeitgebern geklärt. Die Lösung heißt: sehr viele Urlaubstage und ein Monat unbezahlter Urlaub.

Ich habe Anfang April beschlossen, nur meinen Hinflug zu buchen weil ich noch nicht sicher bin, ob ich bis Sulitjelma oder vielleicht doch bis Kvikkjokk laufen möchte. Wenn es Sulitjelma wird, würde ich ab Bodø zurückfliegen, wenn es Kvikkjokk wird, sollte der nächste Flughafen mit Verbindung nach Frankfurt Luleå sein (hab ich in einer einminütigen Recherche herausgefunden und keine Ahnung, ob das stimmt). Der Flug war mit 170€ (inkl. Gepäck) erstaunlich günstig. Ich fliege allerdings auch 11 Stunden und habe 2 Zwischenstopps.

Zur gleichen Zeit wie den Flug habe ich mir eine Unterkunft in Alta für die erste Nacht gebucht und sehr viele Buspläne studiert. Am 3. Juli fahre ich Mittags nach Kautokeino, wo ich dann hoffentlich noch am gleichen Tag zumindest für ein paar Kilometer loslaufen werde.

Im April habe ich dann auch noch ein bisschen an meiner Ausrüstung geschraubt und mich um neue Baselayer und Unterhosen gekümmert. Besonders, nachdem ich eine meiner Merino-Hosen auf Kindergröße geschrumpft habe, war das bitter nötig (Merino gehört nicht in den Trockner!). Zudem ist die Patagonia Nano Puff bei mir eingezogen und ich lebe seitdem in ihr. Mehr muss ich zu meiner Begeisterung wahrscheinlich nicht sagen.

Ich habe in den letzten Wochen außerdem intensiv über einzelne Ausrüstungsstücke nachgedacht und bin dabei zu folgenden Erkenntnissen gekommen:

  • Karten ersetze ich durch die Suunto Ambit3
  • ich möchte wahrscheinlich eine 2. Isomatte mitnehmen oder wechsle zur Therm-a-Rest Z-Lite
  • ich nehme einen 2. Menstruationscup mit um den anderen nicht im Kochgeschirr auskochen zu müssen (Hygiene bekommt nochmal einen eigenen Eintrag)
  • keine Ahnung, was ich unterwegs essen werde, vor allem auf den 200 km ohne Einkaufsmöglichkeiten
  • wahrscheinlich mache ich mir zu viele Gedanken zu fremder Leute Ultralight-Packlisten und hab am Ende entweder zu viel oder zu wenig dabei
  • mir fehlt so viel Kleinkram, dass es mich total nervt (Kopfhörer und so)

Was noch passieren wird…

Für die 2 Monate vor meiner Abreise habe ich mir tatsächlich vorgenommen, auch mal körperlich zu trainieren und ein paar Kilometer runter zulaufen. Mit gepacktem Rucksack. Und ich möchte jedes Essen zuhause auf dem Gaskocher einmal vorkochen um zu sehen, ob es richtig dosiert ist. In Island hatte ich da nämlich ein paar Probleme. Außerdem muss ich mich noch mit meinen neuen technischen Begleitern, der Suunto Uhr und dem Spot Gen3 auseinandersetzen, damit die in Lappland zuverlässig funktionieren. Auf meiner Kleinkram-Liste stehen noch einige Sachen, die ich besorgen muss. Dann muss ich noch 3 Tage vorarbeiten weil mein Arbeitgeber eigentlich verpflichtet wäre, mich für den unbezahlten Urlaub nach 4 Wochen bei der Krankenkasse abzumelden. Für 3 Tage. Auch wenn noch unklar ist, ob ich überhaupt erst Ende August oder nicht doch schon früher zurück komme.

Ich muss noch mit meinem Freund klären, wann und wo er mich am besten besuchen kann. Wahrscheinlich wird er nach Abisko kommen und das Stück Kungsleden mit mir laufen, aber wo er dann wieder abreisen wird, ist noch total unklar. Genauso wenig lässt sich aktuell sagen, wann ich überhaupt in Abisko ankommen werde. Es ist alles ein bisschen kompliziert.

Langsam sollte ich mal mit dem körperlichen Training beginnen. Ich bin zwar der Meinung, mein Körper ist dank Bouldern und Klettern so fit wie nie, kann mich aber ehrlich gesagt nicht an meine letzte 20 Kilometer Tagestour erinnern. Der Rucksack ist gepackt, der innere Schweinehund wehrt sich noch. Gut ist, dass meine Suunto angekommen ist und ich die ja auf jeden Fall vor der großen Tour noch testen muss.

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